Mitarbeit in Gruppen

Eine zentrale Form der Mitarbeit bei Amnesty besteht darin, sich einer Gruppe oder einem Netzwerk anzuschließen.

Was eine Amnesty-Gruppe bzw. Netzwerk so macht, wie Sie mitarbeiten können, was Sie erwartet und was Sie als ehrenamtliche Amnesty-MitarbeiterIn verändern können, wird in der Folge erläutert.

Was ist eine Amnesty-Gruppe?

Menschen unterschiedlichen Alters und Ausbildung, in diversen Berufen tätig, mit unterschiedlichen Hobbies, schließen sich in einer Amnesty-Gruppe zusammen, um gemeinsam daran zu arbeiten, dass unsere Vision von einer Welt, in der alle Menschenrechte für alle umgesetzt sind, eines Tages Realität wird.

Amnesty-Gruppenmitglieder arbeiten ehrenamtlich, das heißt unbezahlt und in ihrer Freizeit.

Im Allgemeinen bestehen Amnesty-Gruppen aus zirka sechs bis zehn Mitgliedern; es gibt aber auch größere Gruppen.

Was ist ein Netzwerk?

Neben dem engen Kern an ehrenamtlichen MitarbeiterInnen einer Gruppe gibt es zahlreiche, oft hunderte Menschen, die eine Gruppe durch die Teilnahme an (Appell-)Aktionen, als KooperationspartnerInnen und/oder finanziell unterstützen. Diese Menschen zählen zum Netzwerk, das von einzelnen Personen oder Gruppen betreut und regelmäßig mit Informationen versorgt wird.

Einige Gruppen haben, um diesen Gedanken der gemeinschaftlichen Arbeit für die Menschenrechte zu verdeutlichen, sich in Netzwerk“umbenannt (z.B. Netzwerk gegen die Todesstrafe, Netzwerk Frauenrechte, Netzwerk LGBT-Rechte), Netzwerk Arbeit, Wirtschaft und soziale Rechte.

Welche Gruppen gibt es?

Grundsätzlich wird zwischen lokalen Amnesty-Gruppen und themen- oder länderspezifischen Gruppen unterschieden.

Lokale Gruppen umfassen Menschen aus einem Ort oder einer Stadt, die sich gemeinsam mit anderen Menschen gegen Menschenrechtsverletzungen einsetzen.

In der Region gibt es einige lokale Gruppen in Wien und in Niederösterreich.

Ländergruppen arbeiten an der Verbesserung der Menschenrechte in einer bestimmten Region (z.B. Osteuropa-Balkan-Team).
Eine Liste der Ländergruppen in der Region finden Sie unter Gruppen; weitere länderspezifische Gruppen österreichweit entnehmen Sie bitte dem Gruppenfinder unter http://www.amnesty.at/aktiv_werden/gruppenfinder/.

Themengruppen arbeiten gegen bestimmte Menschenrechtsverletzungen (z.B. Todesstrafe), für den Schutz von bestimmten Personengruppen (z.B. Flüchtlinge; Frauen; Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgenderpersonen) oder mit speziellen Methoden (z.B. die Theatergruppe Spielerai).

Gibt es auch Gruppen für junge Menschen?

Menschen zwischen 14 und 20 Jahre können sich in einer AMNESTY YOUTH Gruppe engagieren.

Nähere Informationen unter: http://www.amnesty.at/aktiv_werden/amnesty_youth/

Was bietet Amnesty Studierenden?

Das Amnesty StudentInnen-Netzwerk lädt Studierende zum Mitmachen ein.

Nähere Informationen unter: http://www.amnesty.at/aktiv_werden/dazugehoeren/studentinnen/

Was macht eine Amnesty-Gruppe?

Amnesty-Gruppen können mit ihrer Kreativität und ihrem Engagement eine Reihe von Aktivitäten setzen, um den Menschenrechten zum Durchbruch zu verhelfen.

Gruppen vermitteln Menschenrechte und machen auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksam.
Dazu

  • halten ehrenamtliche Amnesty-MitarbeiterInnen Info-Tische ab,
  • übersetzen und bereiten Informationsmaterialien vom International Sekretariat für Aussendungen, Newsletter und Broschüren auf,
  • leisten lokale Medienarbeit,
  • organisieren Themenabende, Benefizkonzerte, Lesungen und weitere Veranstaltungen,
  • gestalten Messen mit,
  • weisen bei Mahnwachen und Demonstrationen (z.B. mittels Transparenten) auf Menschenrechtsverletzungen hin,
  • stehen in Schulen und bei Veranstaltungen als Vortragende oder DiskussionsteilnehmerIn zur Verfügung.

Gruppen üben Druck auf die Staaten aus, die Menschenrechte in ihrem Land einzuhalten und umsetzen. Dazu

  • schreiben ehrenamtliche Amnesty-MitarbeiterInnen Appellbriefe an die Behörden,
  • stellen Web-Aktionen ins Netz,
  • sammeln Unterschriften auf Petitionen,
  • laden Menschen bei Info-Tischen ein, Protestbriefe zu unterschreiben,
  • senden Newsletter und Aktionsanleitungen an die Mitglieder ihres Netzwerkes, um sie zur Teilnahme an Appellaktionen einzuladen,
  • gestalten Mal- und Performanceaktionen an Schulen oder zeichnen bei Straßenaktionen ihre Anliegen mit Kreide auf den Boden,
  • organisieren Foto-Aktionen, bei denen sie in Foto- und Videobotschaften ihre Anliegen äußern.

Machen Sie sich selbst ein Bild über die Aktivitäten und Veranstaltungen der Gruppen in der Region; besuchen Sie unseren Veranstaltungs-Blog auf dieser Website.

Wie finde ich heraus, welche Gruppe zu mir passt?

Treffen Sie zunächst die Entscheidung, ob Sie in einer lokalen Gruppe zu einem breiten Spektrum von Menschenrechten aktiv werden oder sich länder- oder themenmäßig spezialisieren wollen.

Einen Überblick über sämtliche Gruppen in der Region finden Sie in der Liste der Gruppen auf dieser Website.

Sie sind auch herzlich eingeladen, bei einem InteressentInnentreffen an einem ersten Dienstag im Monat vorbeizuschauen, um nähere Informationen über die Gruppen zu erhalten und Gruppenmitglieder kennenzulernen.

Nach einer ersten Entscheidung für eine oder mehrere potenzielle Gruppen kontaktieren Sie bitte die/den SprecherIn der ins Auge gefassten Gruppen (Kontaktdaten in der Liste der Gruppen in der Region) und kommen Sie zu einem Gruppentreffen.

Kann ich probeweise bei einer Gruppe mitarbeiten?

Bevor man sich einer Amnesty-Gruppe anschließt, ist es oft schwierig, sich die Mitarbeit vorzustellen. Daher können Sie gerne bei den Treffen von verschiedenen Gruppen vorbeischauen, in die Arbeit „hineinschnuppern“ und dann entscheiden, in welcher Gruppe Sie mitarbeiten wollen. Dieser Amnesty-Gruppe treten Sie dann als Mitglied bei (Beitrittserklärung).

Ich bin keine MenschenrechtsexpertIn. Kann ich trotzdem in einer Gruppe mitarbeiten?

Nur sehr wenige MitarbeiterInnen in Gruppen wussten zu Beginn ihrer Amnesty-Laufbahn über Menschenrechte und die Arbeitsformen von Amnesty Bescheid. Bei vielen Aktionen können Sie relativ rasch in einer Gruppe mitmachen; die Gruppenmitglieder helfen gerne weiter.

Wollen Sie bei einem Thema (z.B. einer neuen Kampagne von Amnesty International) mehr erfahren? Oder fühlen Sie sich bei der Betreuung eines Info-Tisches unsicher? Die Amnesty Academy bietet Schulungen und Trainings an: http://amnesty.at/academy/

Wie kommt eine Gruppe zu ihren Informationen und Aktionen?

Gruppen recherchieren nicht selbst. Die Informationen werden von ExpertInnen im Internationalen Sekretariat von Amnesty International ermittelt und aufbereitet. Im Allgemeinen erhalten Gruppen die Informationen über das Büro von Amnesty Österreich.

Wie viel Zeit wende ich für die Arbeit in einer Gruppe auf?

Im Allgemeinen treffen sich Mitglieder einer Amnesty-Gruppe alle 2-4 Wochen für eine etwa zwei- bis dreistündige Besprechung, bei der die nächsten Aktivitäten geplant werden. Um informiert zu bleiben und eine reibungslose Arbeit der Gruppe zu gewährleisten, sollten Sie die Gruppentreffen regelmäßig besuchen.

Neben den Gruppentreffen findet Informationsaustausch per E-Mail und Telefon statt. Je nachdem, welche Aufgaben Sie übernommen haben (z.B. Verfassen von Briefen, Betreuung eines Info-Tisches, Durchsicht einer Aktionsanleitung und Information der Gruppenmitglieder beim nächsten Treffen), fällt entsprechend Zeit an.

Sie sind ehrenamtliche MitarbeiterIn von Amnesty International und daher in ihrer zeitlichen Gestaltung flexibel. Wenn Sie beruflich oder beim Studium mehr zu tun haben, können Sie auch mal zwischenzeitlich Ihre Amnesty-Aktivitäten einschränken, dafür übernehmen Sie dann wieder mehr Aufgaben, wenn es sich für Sie zeitlich besser ausgeht.

Welche Voraussetzungen muss ich für die Gruppenarbeit mitbringen?

Sie müssen weder JuristIn noch MenschenrechtsexpertIn sein.

Voraussetzungen für die Mitarbeit in einer Amnesty-Gruppe sind:

  • Engagement und Begeisterung für die Idee einer Welt, in der die Menschenrechte umgesetzt sind
  • Teamfähigkeit
  • Zuverlässigkeit

Sie können Ihre persönlichen Fähigkeiten und Talente in die Amnesty-Arbeit einbringen (z.B. Basteln von Transparenten, Kochen für die Menschenrechte, Laufen für die Menschenrechte). Falls Sie bestimmte Voraussetzungen nicht mitbringen (z.B. Sie trauen sich nicht vor Publikum zu sprechen; Sie tun sich schwer, Texte zu verfassen), werden diese Fähigkeiten – soweit möglich – von den anderen Gruppenmitgliedern abgedeckt. Amnesty lebt von der Vielfalt ihrer Mitglieder.

Fremdsprachenkenntnisse sind erwünscht (insbesondere in bestimmten Ländergruppen, z.B. Osteuropa-Balkan-Team), aber keine Voraussetzung. Englischkenntnisse sind von Vorteil, da zahlreiche Informationen auf Englisch zur Verfügung stehen.

Was gewinne ich persönlich durch die Mitarbeit in einer Amnesty-Gruppe?

Menschenrechtsarbeit haftet das Vorurteil an, frustrierend zu sein. Das stimmt nicht. Frustrierend ist es, die Zeitung aufzuschlagen, Nachrichten über Armut, Gewalt und Terror zu erfahren und damit das Gefühl der Ohnmacht zu erleben.

Menschenrechtsarbeit in einer Amnesty-Gruppe ist motivierend. Der eigene Aktivismus hilft, das Gefühl der Ohnmacht zu überwinden.

Immer wieder erleben Amnesty-MitarbeiterInnen Erfolge. Plötzlich kommt eine Aktivistin, für die sich die Gruppe jahrelang eingesetzt hat, vorzeitig frei, oder ein Menschenrechtsverteidiger, dessen Arbeit die Gruppe unterstützt, erhält einen Menschenrechtspreis.

Zu den schönsten und beglückendsten Momenten zählen die Besuche von MenschenrechtsverteidigerInnen in Österreich – und von ihnen persönlich zu hören, was die internationale Solidarität bewirken kann.

Menschenrechtsarbeit macht Spaß.

In einer Amnesty-Gruppe können wir gemeinsam viel bewegen.

Welche Gruppen gibt es in Wien und Umgebung?

Gehen Sie zur Liste der Gruppen auf dieser Website, die eine Überblick bietet.

Eine Broschüre (nur als Print-Version erhältlich) können Sie bei uns (E-Mail: regionalteam.wien@amnesty.at) anfordern. Bitte geben Sie uns Ihre Postadresse an.

Ich finde keine Gruppe in meiner Nähe. Was tun?

Sollten Sie in der Region Wien / Niederösterreich / Burgenland keine Gruppe in Ihrer Nähe finden, wenden Sie sich an uns: regionalteam.wien@amnesty.at

Gemeinsam mit Ihnen werden wir eine passende Mitarbeitsform finden oder Sie bei der Gründung einer Gruppe unterstützen.

Für Gruppen in anderen Bundesländern konsultieren Sie bitte den Gruppenfinder auf der Website von Amnesty International Österreich: http://www.amnesty.at/aktiv_werden/gruppenfinder/


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