Briefmarathon 2013


„Ich habe nur Vertrauen in die einfachen Menschen, egal ob in Ägypten oder im Ausland... Wir haben in den vergangenen Jahren viel gelitten und Schreckliches erlebt: Tränengas, Gewehrkugeln, Schläge, Schlafen in der Kälte... Eine Sache, die uns Hoffnung gibt, ist die Unterstützung und Solidarität von den einfachen Menschen. Die einfachen Menschen sind die einzige Triebkraft für Wandel. Die Regierungen werden nichts verbessern oder tun solange die Menschen nicht Druck auf sie ausüben. Die Anzahl von Nach- richten, die ich erhalten habe, gibt mir große Hoffnung .“

Azza Suleiman kämpft in Ägypten für Gerechtigkeit


Äthiopien
Äthiopien
ESKINDER NEGA
Journalist in Haft
Am 13. Juli 2012 wurde der Journalist Eskinder Nega wegen Hochverrats und terroristischer Vergehen zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt. Er wurde im September 2011 fest-genommen, nachdem er regierungskritische Artikel geschrieben und Reden gehalten hatte, in denen er das Recht auf freie Meinungsäußerung in Äthiopien forderte. Dies war bereits das achte Mal, dass der mutige Journalist verhaftet wurde.
Bahrain
Bahrain
NACH PROTESTEN
13 Oppositionelle in Haft
13 oppositionelle Aktivisten wurden nach Protesten gegen die Regierung im Februar und März 2011 von einem Militärgericht zu Gefängnisstrafen verurteilt - manche zu lebenslänglichen. Sie erhielten keine fairen Gerichtsverfahren und einige von ihnen berichteten, gefoltert worden zu sein. Der Kontakt mit ihrer Rechtsvertretung wird behindert, die medizinische Versorgung ist unzureichend.
Belarus
Belarus
IHAR TSIKHANYUK
LGTBI-Aktivist misshandelt
LGBTI-Aktivist Ihar Tsikhanyuk wurde von der Polizei verhört, misshandelt und wegen seiner Homosexualität beleidigt, nachdem er vergeblich versucht hatte, die Nichtregierungs-organisation „Menschenrechtszentrum Lambda“, die sich für Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersex-Menschen einsetzt, im Jänner 2013 vereinsrechtlich anzumelden. Die PolizistInnen wurden nicht zur Verantwortung gezogen, und Ihar Tsikhanyuk und weitere AktivistInnen bleiben in Gefahr, wegen ihrer sexuellen Orientierung und ihres Einsatzes für LGBTI-Rechte verurteilt zu werden.
Besetzte palästinensische Gebiete
Bes. palästin. Gebiete
NABI SALEH
Polizeigewalt gegen die Bewohner_innen
Einwohner_innen des palästinensischen Dorfes Nabi Saleh demonstrieren wöchentlich friedlich gegen die israelische Besetzung und die unrechtmäßige Ausdehnung der Siedlungen. Israelische Sicherheitskräfte reagieren darauf mit unangemessener Gewalt. Seit 2009 wurden zwei Menschen getötet und Hunderte verletzt. Das ist eine Form kollektiver Bestrafung.
Honduras
Honduras
COFADEH
Menschenrechtsverteidiger_innen in Gefahr
Mitarbeiter_innen der Menschenrechtsorganisation COFADEH (Komitee der Familienangehörigen Verhaftet-Verschwundener) sind seit Jahren, verstärkt seit dem Staatsstreich vom 28. Juni 2009, gefährdet. Sie werden eingeschüchtert, bedroht, schikaniert und laufen Gefahr, verhaftet zu werden. COFADEH-Mitarbeiterin Dina Meza, eine bekannte Menschenrechts-verteidigerin und investigative Journalistin, musste wegen der Gefahr um ihr Leben zeitweilig ins Exil gehen.
Kambodscha
Kambodscha
ERFOLG
YORM BOPHA
Wegen ihres Einsatzes gegen Zwangsräumungen verurteilt
Yorm Bopha ist Vertreterin der Boeung-Kak-See-Aktivistinnen in Phnom Penh, die gegen den Verlust ihrer Häuser nach dem Zuschütten des Sees und damit Überflutung des umgebenden Landes auftraten. Sie wurde auf Basis fabrizierter Vorwürfe zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Erfolg: Am 22. November 2013 wurde Yorm Bopha auf Kaution freigelassen - ein Erfolg der internationalen Solidarität.

Wir setzen uns weiterhin für sie ein: Yorm Bopha wurde freigelassen, aber sie befürchtet eine erneute Verhaftung, da sie immer noch als schuldig gilt.
Mexiko
Mexiko
MIRIAM LÓPEZ
Von Soldaten vergewaltigt
Miriam López, Hausfrau und Mutter von vier Kindern, wurde von Angehörigen des mexikanischen Militärs am 2. Februar 2011 willkürlich verhaftet und wegen angeblicher Drogendelikte eine Woche lang gefangen gehalten. In der Haft wurde sie mehrmals vergewaltigt und gefoltert. Bislang wurden die Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft gezogen.
Myanmar
Myanmar
TUN AUNG
Als Sündenbock für Unruhen im Gefängnis
Der Arzt Dr. Tun Aung, Vorsitzender des Islamischen Religionsrates in der Stadt Maungdaw im Bundesstaat Rakhine, wurde im Juni 2012 im Staat Rakhine im Westen von Myanmar verhaftet und befand sich monatelang ohne Kontakt zur Außenwelt in Haft. Er leidet an Akromegalie und erhält nicht die benötigte medizinische Versorgung. Nach dem Ausbruch von Unruhen zwischen Moslems und Buddhisten am 8. Juni 2012 in Maungdaw hatten die lokalen Behörden Dr. Tun Aung aufgrund seines Ansehens bei der dortigen Bevölkerung gebeten, sich als Vermittler einzuschalten. Seine Interventionen, die aufgebrachte Menge zu beruhigen, waren nicht erfolgreich. Später wurde er im Zusammenhang mit den Unruhen verhaftet und zu elf Jahren verurteilt.
Nigeria
Nigeria
BADIA EAST
Zwangsräumung eines Slums
Im Rahmen von Maßnahmen zur „Aufwertung von Slums“ wurden in der informellen Siedlung Badia East im Bundesstaat Lagos, wo 100.000 Menschen leben, am 23. Februar 2013 hunderte Häuser zerstört. Der Einsatz erfolgte in Begleitung von 200 schwer bewaffneten Polizeibeamt_innen. Für alternative Unterkünfte oder Entschädigungen wurde nicht gesorgt. Menschen konnten vor der Zwangsräumung ihre Habseligkeit nicht retten. Bewohner_innen, die versuchten, der Zerstörung Widerstand zu leisten, wurden von der Polizei misshandelt.
Russland
Russland
ERFOLG
BOLOTNAJA PLATZ
Demonstrant_innen in Haft
Vladimir Akimenkov, einer der Bolotnaya 3, wurde im Rahmen der landesweiten Amnestie aus der Haft entlassen! Amnestien sind natürlich kein Ersatz für rechtsstaatliche Verhältnisse. Tatsächlich ist dieser Schritt so kurz vor den Winterspielen in Sotschi ein weiterer Beweis für die Politisierung der Justiz in Russland. Dennoch gilt: unser gemeinsames Engagement hat sicher zu dieser vorzeitigen Freilassung beigetragen!
Türkei
Türkei
HAKAN YAMAHN
Taxifahrer misshandelt
Am 3. Juni 2013 wurde der 37-jährige Minibusfahrer Hakan Yaman abends gegen 11 Uhr auf dem Heimweg nach der Arbeit von Polizisten in der Nähe seiner Wohnung geschlagen und schwer misshandelt. In der nahe gelegenen Demokrasi-Avenue fand eine Demonstration statt. Hakan Yaman verlor das Augenlicht auf einem Auge und 80 Prozent der Sehkraft auf dem zweiten Auge. Er trug Verbrennungen zweiten Grades davon.
Tunesien
Tunesien
ERFOLG
JABEUR MEJRI
Haft für kritischen Blogger
Am 4. März 2014 wurde Jabeur Mejri, ein gewaltloser politischer Gefangener, der wegen der Veröffentlichung islamkritischer Artikel und Cartoons zwei Jahre im Gefängnis verbrachte, aus der Haft entlassen. Die Freilassung war längst überfällig, so Amnesty International. Was nun noch fehlt, ist die Aufhebung seines Urteils.