Briefmarathon 2012



Jabbar Savalan, Aserbaidschan
"Ich bin glücklich, wieder bei meinen Freunden zu sein."

Der aserbaidschanische Student Jabbar Savalan wurde, nachdem er über Facebook zu friedlichen Protesten aufgerufen hatte, inhaftiert und im Mai 2011 zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Für seine Freilassung setzten sich Tausende Menschen weltweit, darunter auch in Österreich, im Dezember 2011 im Rahmen des Briefmarathons. Mit Erfolg: Am 26. Dezember 2011 wurde Jabbar Savalan vorzeitig aus der Haft entlassen.

Ägypten
AZZA HILAL AHMAD SULEIMAN
Opfer von Polizeigewalt kämpft um Gerechtigkeit
Azza Hilal Ahmad Suleiman wurde im Dezember 2011 während einer Kundgebung von Soldaten verprügelt, als sie gegen die Misshandlung einer anderen Demonstrantin auftrat. Sie erlitt einen Schädelbruch und leidet an Gedächtnisproblemen. Sie kämpft - bislang vergeblich - um Gerechtigkeit.
Belarus
ALES BIALIATSKI
Haftstrafe, weil er ein Menschenrechtszentrum unterstützte
Ales Bialiatski, ein bekannter belarussischer Menschenrechtsverteidiger und Vorsitzender des Menschenrechtszentrums Viasna, wurde am 4. August 2011 festgenommen. Er wurde zu einer viereinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt, die er am 24. November desselben Jahres antreten musste. Amnesty International erachtet Ales Bialiatski als gewaltlosen politischen Gefangenen.
China
GAO ZHISHENG
Verschleppt, gefoltert und inhaftiert wegen seines Einsatzes als Menschenrechtsanwalt
Gao Zhisheng ist einer der bekanntesten Menschenrechtsanwälte Chinas. Seitdem er 2006 zu einem Hungerstreik aufgerufen hatte, um auf die Verfolgung von MenschenrechtsverteidigerInnen aufmerksam zu machen, ist er schwersten Repressalien ausgesetzt: Er wurde mehrmals von Sicherheitskräften verschleppt und über Monate an unbekannten Orten festgehalten. Dabei erlitt er massive Folterungen und Misshandlungen.
Dominikan. Republik
JUAN ALMONTE HERRERA
Mitarbeiter einer Menschenrechtsorganisation - Entführt und verschwunden
Im September 2009 wurde Juan Almonte Herrara, Mitarbeiter einer Menschenrechtsorganisation, auf dem Weg in die Arbeit auf der Straße in Santo Domingo von Polizisten verhaftet. Die Polizei leugnet seine Verhaftung, und die Behörden gehen dem Verschwinden des Aktivisten nicht nach.
Guatemala
MARÍA ISABEL FRANCO
Vergewaltigt und ermordet - Bis heute keine Gerechtigkeit
Im Dezember 2001 wurde María Isabel Franco im Alter von 15 Jahren vergewaltigt und brutal ermordet. Seither kämpft ihre Mutter Rosa um Gerechtigkeit und fordert, dass die Straftat aufgeklärt wird und die Schuldigen zur Verantwortung gezogen werden.
Iran
NARGES MOHAMMADI
Geschäftsführerin des Zentrums für MenschenrechtsverteidigerInnen zu sechs Jahren Haft verurteilt
Die iranische Menschenrechtsaktivistin und Geschäftsführerin des Zentrums für MenschenrechtsverteidigerInnen (CHRD - Centre of Human Rights Defenders) Narges Mohammadi musste im April 2012 eine sechsjährige Haftstrafe im Evin-Gefängnis in Teheran antreten. Ihr Gesundheitszustand verschlechterte sich im Gefängnis dramatisch.
Libyen
DIE VERTRIEBENEN TAWARGHA
Im ganzen Land verstreut - Intern vertrieben und diskriminiert
Mitte August 2011 griffen bewaffnete Oppositionsgruppen aus Misrata die Nachbarstadt Tawargha an. Sie wollten sich an der Volksgruppe der Tawargha rächen, denen sie Komplizenschaft mit den Gaddafi-Regime vorwarfen. Die Kämpfer verwüsteten die Stadt Tawargha und zwangen ihre 30.000 EinwohnerInnen zum Verlassen. Heute sind die Tawargha in ganz Libyen verstreut, und Tawargha ist eine unbewohnbare Geisterstadt.
Nigeria
BODO-GEMEINDE
Zerstörung der Lebensgrundlage nach Ölkatastrophe
2008 kam es zu zwei größeren Ölaustritten in Bodo, welche durch Mängel an einer Ölleitung verursacht waren. Wochenlang strömten Tausende Tonnen Öl aus den Lecks einer maroden Pipeline. Der zuständige Ölkonzern Shell unternahm nichts, um den Ölaustritt zu stoppen. Diese Ölkatastrophe - eine weitere von vielen im Nigerdelta - nimmt den Menschen die Lebensgrundlage.
Rumänien
COASTEI STRASSE
Zwangsräumung in Roma-Siedlung - unzumutbare oder keine Ersatzunterkünfte
Am 17. Dezember 2010 wurden etwa 350 Menschen aus 76 Familien von den lokalen Behörden aus dem Zentrum der rumänischen Stadt Cluj-Napoca vertrieben. Die meisten von ihnen sind Roma. Sie wohnen jetzt in Elendsquartieren ohne adäquate Infrastruktur.
Sudan
SAFIA ISHAAG UND DIE JUGENDBEWEGUNG GIRIFNA
AktivistInnen verhaftet, gefoltert, vergewaltigt
"Girifna" bedeutet "Wir haben genug!" und ist der Name einer sudanesischen Jugendorganisation. Sie setzt sich für Demokratie, Meinungsfreiheit und bessere sozioökonomische Bedingungen ein. Die Bewegung, die hauptsächlich von StudentInnen getragen wird, wurde im Oktober 2009 gegründet. Von Anfang an wurden die AktivistInnen von Girifna regelmäßig willkürlich verhaftet, gefoltert und sexuell misshandelt.
Taiwan
CHIOU HO-SHUN
Nach unfairem Gerichtsverfahren zum Tod verurteilt
Chiou Ho-shun befindet sich seit 1989 in Taiwan im Todestrakt. Er kann jederzeit hingerichtet werden. Er wurde wegen Mordes angeklagt, ohne dass Beweise vorlagen, und mit Folter zu einem Geständnis gezwungen.
USA
HUSSAIN SALEM MOHAMMED ALMEFEDI
Jemenitischer Staatsbürger ohne Anklage oder Gerichtsverfahren in Guantánamo festgehalten
Hussain Salem Mohammed Almerfedi wird seit 2003 in Guantánamo Bay (Kuba) festgehalten. Die US-amerikanischen Behörden haben niemals Anklage gegen ihn erhoben oder ein Gerichtsverfahren gegen ihn abgehalten.