Briefmarathon 2011

636.139 Appelle! Das ist die Anzahl aller Briefe, Faxe, E-Mails, SMS, Online- Appelle und Unterschriften auf Petitionslisten, die im Dezember 2010 im Rahmen des internationalen Amnesty-Briefmarathons aus über 50 Ländern für zehn Menschen in Gefahr verschickt wurden. Allein in Österreich beteiligten sich etwa 3.300 Personen am Briefmarathon und verschickten dabei über 18.000 Appelle.

Der Briefmarathon ist eine Aktion von Amnesty International rund um den Internationalen Tag der Menschenrechte, bei der Menschen in zahlreichen Ländern der Welt zeitgleich (innerhalb eines kurzen Zeiraums) Appelle zugunsten von bedrohten und inhaftierten MenschenrechtsverteidigerInnen an die verantwortlichen Behörden schicken.

Ihre Stimme kann Gewissensgefangenen die Freiheit bringen. Sie fordert Gerechtigkeit für Folteropfer ein. Sie verleiht gefährdeten MenschenrechtsverteidigerInnen Hoffnung.

Machen auch Sie mit. Auf dieser Website finden Sie Informationen (Tischaufsteller mit Kurzinfo plus ausführlicheres Infoblatt) und konkrete Briefaktionen für zehn verfolgte MenschenrechtsverteidigerInnen. Appellieren Sie an die Behörden. Schreiben Sie individuelle Briefe (Briefe zum Download im Word-Format zum Anpassen). Sammeln Sie Unterschriften Ihrer FreundInnen und Bekannten auf den Sammelbriefen.

Der Briefmarathon startet am 5. Dezember und dauert bis 15. Dezember 2011. Wir freuen uns über Rückmeldung (über die Anzahl der Unterschriften pro Aktion; E-Mail: regionalteam.wien@amnesty.at.

Flugblatt zum Runterladen


Aserbaidschan ERFOLG
Am 26.12.2011 wurde Jabbar Savalan aufgrund einer Generalamnestie des Präsidenten entlassen.

Der 19-jährige Geschichtsstudent war am 4. Mai 2011 zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden, nachdem er sich an friedlichen regierungskritischen Aktivitäten in Aserbaidschan beteiligt hatte. Motiviert von den Ereignissen des "Arabischen Frühlings" hatte er über Facebook zu Protesten gegen die Regierung aufgerufen und einen Zeitungsartikel, in dem der Präsident kritisiert wurde, verbreitet.

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Iran
Der Journalist Mohammad Sadq Kabudvand setzt sich seit Jahren für Menschenrechte im Iran ein, insbsondere für die Rechte der kurdischen Minderheit. 2007 wurde er von Sicherheitskräften ins berüchtigte Evin-Gefängnis in Teheran verschleppt, 2008 wegen "Handlungen gegen die nationale Sicherheit" zu einer elfjährigen Haftstrafe verurteilt.

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Jemen
Fatima Hussein al-Badi, eine Mutter von vier Kindern, schwebt in unmittelbarer Gefahr, hingerichtet zu werden. Sie wurde am 17. Februar 2001 nach einem unfairen Prozess gemeinsam mit ihrem Bruder wegen des Mordes an ihrem Ehemann zum Tode verurteilt. Die beiden Angeklagten verfügten während des Prozesses weder über Rechtsbeistand noch konnten sie vor Gericht Stellung beziehen.

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Kamerun
Jean-Claude Roger Mbede wurde Ende April 2011 wegen Homosexualität zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Homosexualität stellt nach Abschnitt 347a des kamerunischen Strafgesetzbuchs eine Straftat dar.

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Mexiko ERFOLG
"Der mexikanische Staat erkennt die internationale Verantwortung für die Menschenrechtsverletzungen im Fall Valentina Rosendo Cantú an." So lautete ein Teil der Entschuldigung, die der mexikanische Innenminister, Alejandro Poiré am 15. Dezember 2011 während eines öffentlichen Aktes für Valentina Rosendo Cantú verlas. Damit erfüllte der mexikanische Staat einen Teil des zu diesem Fall ergangenen Urteils des Interamerikanischen Gerichtshofes für Menschenrechte. [mehr]

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Nigeria
In der Millionenstadt Port Harcourt, der Hauptstadt des Rivers-Bundesstaates im erdölreichen Niger-Delta, droht 200.000 Menschen die Zwangsräumung. Njemanze ist eine der über 40 Hafensiedlungen in Port Harcourt. Am 28. August 2009 wurde die Hafensiedlung Njemanze abgerissen, und tausende Männer, Frauen und Kinder wurden obdachlos.

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Nordkorea
Satellitenfotos beweisen die Existenz eines Lagerkomplexes für mehr als 200.000 politische Gefangene. Sie werden unter grauenhaften Bedingungen festgehalten. Was im Ausland seit Jahrzehnten vermutet wird, kann die Regierung Nordkoreas nun nicht mehr bestreiten. Yodok ist eines der politischen Gefangenen lager Nordkoreas.

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Russland
Die Journalistin Natalia Estemirova war eine der führenden MitarbeiterInnen der russischen Menschenrechtsorganisation "Memorial" in Grosny, Tschetschenien und versuchte Fälle von Folter und "Verschwindenlassen" aufzuklären. Sie wurde im Juli 2009 vor ihrem Wohnhaus in Grosny in ein Auto gezerrt und wenige Stunden später ermordet aufgefunden.

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Saudi-Arabien
Der sudanesische Staatsbürger Hamad al-Neyl Abu Kassawy wurde am 26. Juni 2004 in Madina in Saudi-Arabien festgenommen. Bis Anfang 2005 erhielt seine Familie keine Informationen über seinen Verbleib. Im Februar 2005 berichtete ihnen ein saudischer Staatsbürger, der ein Gefängnis in Madina besucht hatte, dass Hamad al-Neyl Abu Kassawy dort aufgrund des Verdachts der Mitgliedschaft in einer islamistischen Organisation festgehalten werde.

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Simbabwe
Women of Zimbabwe Arise (WOZA) ist eine Menschenrechtsorganisation in Simbabwe, die sich seit 2003 für die Rechte von Frauen einsetzt und auf die erheblichen sozialen und menschenrechtlichen Probleme in Simbabwe aufmerksam macht.
Immer wieder werden WOZA Aktivistinnen wegen ihres Kampfs für die Menschen rechte verhaftet, misshandelt und schikaniert.

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