Nepal: Unmenschliche Lebensbedingungen für Frauen führen zu Gesundheits- und Menschenrechtskrise

ASA 31/002/2014

Der 8. März ist der Internationale Frauenrechtstag.



Frauen in Nepal leisten häufig auch kurz vor und nach einer Geburt körperliche Schwerstarbeit. © Amnesty International

Über 600.000 Frauen in Nepal leiden unter Gebärmuttervorfall. Diese schmerzhafte Erkrankung schränkt das Leben der Frauen tagtäglich ein und ist direkte Folge und Ursache zugleich der andauernden Diskriminierung von Mädchen und Frauen in Nepal.

Information über die Aktion

Jede zehnte Frau betroffen

Alltägliche geschlechtsspezifische Diskriminierungen und die Verweigerung grundlegender Rechte im Bereich von Sexualität, Schwangerschaft und Mutterschaft sind die tiefer liegenden Gründe dafür, dass in Nepal jede zehnte Frau an einem Gebärmuttervorfall (Uterusprolaps) leidet: Das ist das Fazit eines Berichts von Amnesty International, der am 20. Februar 2014 in Nepal vorstellte.

Schmerzhafte Erkrankung

Was ein Gebärmuttervorfall ist, wissen in Europa nicht einmal alle Frauen: Gebärmuttervorfall ist die extremste Form einer Gebärmuttersenkung. Im schlimmsten Fall tritt der Gebärmutterhals oder gar die ganze Gebärmutter aus dem Körper heraus. Dies kann enorm schmerzhaft sein, quält und behindert die Frau beim Gehen, Sitzen und jeglicher Art von Arbeit. Wer unter einem Gebärmuttervorfall leidet, wird zudem häufig stigmatisiert und aus Familie und Gesellschaft ausgeschlossen.

Gemäß einer Studie des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) aus dem Jahr 2006 leiden in Nepal ca. 600.000 Frauen an Gebärmuttervorfall. Bei 200.000 Frauen ist der Gebärmuttervorfall so ausgeprägt dass eine Operation erforderlich wäre. Während in Europa vor allem ältere Frauen unter Gebärmuttervorfall, bedingt durch eine Schwäche der Bänder und Muskeln des Beckenbodens, leiden, sind in Nepal viele der betroffenen Frauen zwischen 20 bis 30 Jahre alt.

Verletzung von Frauenrechten als Ursache

Die Hauptursachen für die hohe Prävalenz von Gebärmuttervorfall in Nepal sind:

Rechte auf dem Papier

Die Regierung hat eine Reihe von internationalen Menschenrechtskonventionen ratifiziert. In der aktuellen Verfassung werden die Rechte von Frauen und Mädchen geschützt. Dennoch können Frauen bislang ihre Rechte – insbesondere gegenüber Ehemännern und deren Familien – nicht durchsetzen.

Amnesty-Kampagne zu sexuellen und reproduktiven Rechten

Die Veröffentlichung des Berichts zu Nepal erfolgt im Rahmen der weltweiten Amnesty-Kampagne von Amnesty International „My Body, My Rights“ (Mein Körper, meine Rechte“). In vielen Ländern werden diese Rechte trotz internationaler Verpflichtungen nicht eingehalten und geschützt. Auf Ebene der UNO besteht die Gefahr, dass sie zurückbuchstabiert werden (sh. dazu auch die Online-Petition an die UN-Weltbevölkerungskonferenz „ICPD +20“ im April 2014).

Weitere Hintergrundinformationen

Helfen Sie mit.

Fordern Sie von der nepalesischen Regierung, die Diskriminierung von Frauen zu beenden und wirksame Maßnahmen gegen Gebärmuttervorfall zu ergreifen.

Musterbriefe zum Runterladen: englisch, deutsch


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